Hundeblog

Warum Hunde im Winter mehr Zahnstein bilden – der wissenschaftliche Hintergrund einfach erklärt

Nahaufnahme Hundezähne mit gelblichen Belägen

Der Winter verändert den Alltag unserer Hunde spürbar. Spaziergänge werden kürzer, Bewegung verlagert sich nach drinnen, Routinen verschieben sich. Viele Halter konzentrieren sich in dieser Zeit vor allem auf Fell, Pfoten und Gelenke. Was dabei häufig übersehen wird: Auch die Zahngesundheit leidet im Winter deutlich stärker als im Sommer.

Gerade im Januar fällt vielen Hundehaltern auf, dass sich Zahnbeläge schneller bilden, der Atem intensiver riecht oder sich erste harte Ablagerungen an den Zähnen zeigen. Zahnstein entsteht dabei nicht plötzlich, sondern entwickelt sich schleichend: begünstigt durch mehrere wintertypische Faktoren, die genau jetzt zusammenkommen.

In diesem Artikel erklären wir dir, warum Hunde im Winter besonders anfällig für Zahnstein sind, welche Rolle Bewegung, Speichelfluss, Ernährung und Umgebung spielen und wie du mit sanfter Zahnpflege gezielt gegensteuern kannst, bevor aus Belag ein dauerhaftes und richtig großes Problem wird.

Zahnstein ist das Ergebnis eines schleichenden Prozesses

Zahnstein entsteht nicht plötzlich und auch nicht über Nacht. Am Anfang steht immer Plaque. Dieser weiche Biofilm bildet sich täglich auf den Zähnen und besteht aus Speichelbestandteilen, Futterresten und Bakterien. Solange Plaque weich ist, lässt er sich vergleichsweise einfach entfernen, entweder durch natürliche Reinigung oder durch Zahnpflege.

Problematisch wird es, wenn Plaque länger auf den Zähnen verbleibt. Dann beginnen sich Mineralien aus dem Speichel einzulagern. Der ursprünglich weiche Belag verhärtet sich, haftet immer fester an der Zahnoberfläche und wird zu Zahnstein. Ab diesem Moment lässt er sich nicht mehr durch normale Pflege ohne Tierarzt und eine professionelle Zahnreinigung lösen.

Wie schnell dieser Prozess abläuft, hängt stark vom Alltag des Hundes ab. Speichelfluss, Trinkverhalten, Bewegung, Fütterung und Zahnpflege spielen dabei eine zentrale Rolle. Genau hier kommt die Jahreszeit und der Winter ins Spiel. Denn viele dieser schützenden Faktoren sind in der kalten Jahreszeit deutlich reduziert.

Weniger Bewegung, weniger Trinken und eine veränderte Umgebung sorgen dafür, dass Plaque länger bestehen bleibt. Der Körper hat weniger Möglichkeiten zur natürlichen Selbstreinigung. Was im Sommer oft noch ausgeglichen wird, kann sich im Winter ungestört entwickeln und genau deshalb entsteht Zahnstein in dieser Zeit häufig schneller als erwartet.

Weniger natürlicher Abrieb durch veränderte Bewegung

Bewegung wirkt sich nicht nur auf Muskeln und Gelenke aus, sondern auch auf die Zahngesundheit. Beim Spazierengehen, Spielen und Kauen wird der Speichelfluss angeregt. Speichel ist ein zentraler Schutzfaktor im Maul, denn er spült Futterreste weg, neutralisiert Säuren und hilft dabei, bakterielle Beläge in Schach zu halten.

Im Winter fällt ein Teil dieser natürlichen Unterstützung weg. Spaziergänge sind kürzer, Spielzeiten reduzieren sich und viele Hunde verbringen mehr Zeit ruhend im Haus. Das wirkt sich direkt auf den Speichelfluss aus. Wird weniger Speichel gebildet, bleiben Futterreste und Bakterien länger auf den Zahnoberflächen haften.

Gleichzeitig fehlen mechanische Reize, die im Sommer ganz selbstverständlich stattfinden. Rennen, Toben und intensiveres Kauen unterstützen normalerweise die Selbstreinigung der Zähne. Ohne diese Impulse kann sich weicher Zahnbelag schneller festsetzen. Bleibt er bestehen, verhärtet er sich nach und nach zu Zahnstein.

Dieser Prozess verläuft schleichend und wird im Alltag oft spät bemerkt. Gerade in den Wintermonaten, wenn mehrere ruhige Wochen zusammenkommen, zeigt sich dann plötzlich, wie schnell sich Zahnbeläge entwickeln können.

Weicheres Futter verändert die mechanische Reinigung

Auch die Ernährung spielt bei der Zahnsteinbildung eine entscheidende Rolle. Im Winter wird das Futter vieler Hunde bewusst angepasst. Weichere Mahlzeiten, lauwarmes Futter oder feuchtere Konsistenzen sollen den Hund entlasten und das Fressen angenehmer machen. Das ist in vielen Fällen sinnvoll, hat jedoch Auswirkungen auf die Zahngesundheit.

Weiches Futter reinigt die Zähne kaum mechanisch. Es gleitet über die Zahnoberflächen, statt sie zu beanspruchen. Gleichzeitig haftet es leichter an Zähnen und sammelt sich bevorzugt am Zahnfleischrand. Genau dort entsteht Plaque besonders schnell, weil sich Bakterien gut festsetzen können.

Hinzu kommt, dass viele Hunde im Winter langsamer und weniger intensiv kauen. Die natürliche Reibung, die bei festerem Futter oder kräftigem Kauen entsteht, fehlt. Der Selbstreinigungseffekt im Maul wird weiter reduziert, sodass sich weiche Beläge ungestört aufbauen können. Bleiben sie bestehen, ist der Weg zu Zahnstein oft nicht weit.

Mehr Ruhe bedeutet weniger Selbstreinigung im Maul

Der Winter ist für viele Hunde eine Zeit der Ruhe. Sie schlafen mehr, bewegen sich weniger und ihr gesamter Stoffwechsel läuft gedämpfter. Diese Veränderungen wirken sich auch auf den Mundraum aus. Besonders betroffen ist der Speichelfluss.

Speichel übernimmt eine zentrale Schutzfunktion. Er spült Futterreste weg, puffert Säuren und hält das bakterielle Gleichgewicht im Maul stabil. Sinkt der Speichelfluss, bleiben Beläge länger bestehen, und Bakterien können sich leichter vermehren. Die natürliche Selbstreinigung verliert an Wirksamkeit.

Trockene Heizungsluft verstärkt diesen Effekt zusätzlich. Sie entzieht den Schleimhäuten Feuchtigkeit, das Maul trocknet schneller aus, und das natürliche Schutzsystem gerät aus dem Gleichgewicht. In dieser Kombination entstehen ideale Bedingungen für Plaque und Zahnstein.

Gerade im Winter greifen diese Faktoren ineinander. Weniger Bewegung, veränderte Ernährung und trockene Luft sorgen dafür, dass der Mundraum mehr Unterstützung braucht als sonst.

Zahnstein ist mehr als ein optisches Problem

Zahnstein ist nicht nur eine kosmetische Veränderung an den Zähnen. Er verändert die Oberfläche der Zähne dauerhaft und schafft raue Strukturen, an denen sich neue Bakterien besonders leicht anheften können. So entsteht ein Kreislauf, in dem sich Beläge immer schneller neu bilden.

Das Zahnfleisch reagiert auf diese dauerhafte Belastung oft empfindlich. Es kann gereizt sein, sich entzünden oder sich langsam zurückziehen. Dieser Prozess verläuft schleichend und bleibt im Alltag häufig lange unbemerkt. Erst wenn Maulgeruch zunimmt oder der Hund beim Kauen sensibler reagiert, wird das Problem sichtbar.

Viele Hunde zeigen in dieser Phase subtile Veränderungen. Sie kauen vorsichtiger, meiden bestimmte Futtersorten oder wirken beim Fressen weniger entspannt. Gerade im Winter, wenn der Körper insgesamt sensibler reagiert, wirken sich solche Belastungen schneller auf das Wohlbefinden aus als in aktiveren Jahreszeiten.

Warum Vorbeugung im Winter entscheidend ist

Da Zahnstein immer aus Plaque entsteht, liegt der wichtigste Ansatzpunkt in der regelmäßigen Entfernung dieser weichen Beläge, bevor sie sich verhärten können. Im Sommer übernehmen Bewegung, intensiveres Kauen und ein aktiverer Alltag einen Teil dieser Arbeit ganz automatisch.

Im Winter fallen viele dieser unterstützenden Faktoren weg. Weniger Bewegung, veränderte Ernährung und ein reduzierter Speichelfluss sorgen dafür, dass Plaque länger bestehen bleibt. Auf natürlichen Abrieb allein zu setzen, reicht jetzt nicht mehr aus.

Gerade deshalb ist der Winter ein entscheidender Zeitraum für Vorbeugung. Wer jetzt gezielt unterstützt, kann verhindern, dass sich Zahnstein unbemerkt aufbaut und später aufwendig behandelt werden muss. Prävention ist in dieser Phase deutlich einfacher und schonender als spätere Korrektur.

Sanfte Ultraschallzahnpflege als Ergänzung zum Alltag

Eine Zahnpflege, die im Winter funktioniert, muss unabhängig vom Aktivitätslevel sein. Sie sollte gründlich wirken, ohne zusätzlichen Druck oder Stress zu erzeugen. Genau hier setzt unsere emmi-pet Ultraschallzahnbürste an.

Sie arbeitet ohne mechanisches Schrubben und ohne Druck. Der Ultraschall wirkt direkt im Biofilm und reduziert schädliche Bakterien auch an schwer erreichbaren Stellen, wie etwa am Zahnfleischrand oder in Zahnzwischenräumen. Der Zahnschmelz und das empfindliche Zahnfleisch werden dabei nicht belastet.

Gerade im Winter, wenn Zähne sensibler reagieren und Hunde insgesamt ruhiger sind, wird diese Form der Zahnpflege besonders gut akzeptiert. Sie ergänzt den fehlenden natürlichen Abrieb, unterstützt die tägliche Biofilm-Reduktion und hilft dabei, die Zahnsteinbildung langfristig zu verlangsamen.

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